Vorherige Ausstellungen
Pressemitteilung
“KimaKu” Kinder machen Kunst – der große Grundschulkunstpreis ausgelobt von der Stadt Meerbusch im Alten Küsterhaus
Zum 4. Mal war es so weit: im Alten Küsterhaus konnten die Kunstwerke von Schüler*innen der Grundschulen in Meerbusch bewundert werden. Zur Teilnahme wurden alle Grundschulen mit allen Klassen der Stadt Meerbusch eingeladen. Die Teilnahme war rege, aber im Alten Küsterhaus gab es tatsächlich noch mehr Platz, so daß wir im nächsten Jahr darauf hoffen und uns darauf freuen, wenn noch mehr Kinder mit ihren Arbeiten mitmachen.
Eine Preisverleihung ist schwierig, da eigentlich jeder, der mitmacht, der den Mut hat, seine Kunst zu zeigen und sich die Mühe gemacht hat, kreativ zu werden, ein Gewinner ist. Tatsächlich hat in diesem Jahr wieder, wie in den Jahren zuvor, das Publikum per Abstimmung den Publikumsliebling unter den über 70 Kunstwerken küren dürfen. Und das war schwierig, denn es gab im Grunde 3 Gruppen von Arbeiten: Gemeinschaftsarbeiten, individuelle Bilder und Gruppenthemen individuell umgesetzt. Vielleicht sollte der Preis im nächsten Jahr nach Kategorie vergeben werden, wie bei den Oscars, um es noch fairer zu machen, aber im Endeffekt hat es dann auch so gut funktioniert.
Eingereicht wurde wieder ein farbenfrohes Spektrum von Arbeiten - die Kreativität der Kinder ist jedes Jahr aufs Neue umwerfend und scheint wunderbarerweise keine Grenzen zu kennen. Von pappmaché Hüten in allen Farben, über ein farbenfrohe Katzenparade, zu Bildern von kleinen Vögeln im Winter, hübschen Häuserzeilen, Kinder die kopfüber im Laub verschwinden, zu Teddybären und wilden Masken inspiriert von Kimmy Cantrell, einer Gruppenarbeit einer blühenden Wiese mit Bienen und Schmetterlingen und einer Gruppenarbeit in abstrakten Formen und leuchtenden Farben, zu individuellen Arbeiten von einem strahlenden Vogel und einem Feuerspeienden Drachen, zu zwei Zeichnungen zum Weltklima und Gemeinschaft der Menschen. Die größte abgegebene Arbeit war eine Gemeinschaftskreation zweier Klassen, die uns Eisbären in ihrem bedrohten Lebenshabitat zeigte.
Eröffnet wurde die Ausstellung am Donnerstag, den 19. März um 17:30 Uhr von Bürgermeister Christian Bommers. Dann war die Ausstellung 3 Tage lang fürs Publikum geöffnet, eine Gelegenheit, die knapp 200 Besucher wahrnahmen und sich begeistern ließen. Die Preisverleihung fand dann am Sonntag, den 22. März auch am späten Nachmittag statt. Der Kulturdezernent Peter Annacker übernahm die Aufgabe die die Sieger des diesjährigen KimaKu mit einer launigen und ehrlich begeisterten Rede zu verkünden:
1. Platz : die Eisbären, eine Gemeinschaftsarbeit der Klassen 3a und 3d der Adam-Riese Schule
2. Platz: ein fantasievoller grüner Hut aus Papmaché von Louisa Staats aus der Klasse 4 b der Pastor-Jakobs Schule und der
3. Platz ging an die Klasse 4c der Brüder-Grimm Schule mit ihrer bunten und abstrakten Gemeinschaftsarbeit.
Wir gratulieren allen Gewinnern ganz herzlich! Von Seite des Küsterhauses bedanke ich mich bei allen Kindern und Lehrer*innen, für ihre Teilnahme und der Stadt Meerbusch für die kontinuierliche Förderung des Preises.
Über die Künstlerin:
Aufgewachsen ist Lisi Wülfing an der Ostseeküste in Holstein auf dem Land. Das Grundgefühl ihrer Kindheit war die Freiheit. Auf das Studium der Kunstgeschichte an der Humboldt Universität in Berlin 1997-2003, folgte Arbeit für den Lichtkünstler Gert Hof und viele inspirierende lange und kurze Aufenthalte rund um den Globus, welche ihr das Staunen über die Schönheit der Welt, das Abenteuer, die absolute Verbundenheit mit der Umgebung und ein offenes Herz zu haben lehrte. Und sie verstand: „Wenn ich male, bin ich frei“
.
Lisi Wülfing’s Bildsprache ist die Farbe. Sie transportiert Emotionen, Erinnerungen,
Assoziationen, beeinflusst Stimmungen und hat ihr Echo in der Gefühlswelt des Betrachters. In ihrer Malerei spielt sie mit Farbfragmenten, malt, was sie wahrnimmt. Erleben erfolgt multisensorisch, aus der Überschneidung aller Sinneseindrücke: Haptik, Optik, Akustik, Raumgefühl, Geschmack, Geruch. Dies wird dann überlagert von Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen.
Die Fragmente bieten für sie eine Methode, genau diese Synthese auf die Leinwand zu bringen.
Die Komposition bleibt in Bewegung. Sie ist im Fluss. Dieser Fluss bedeutet Freiheit.Die künstlerische Intention besteht darin, die Schönheit des Lebens in all ihren Facetten einzufangen und in abstrakter Form auf die Leinwand zu bringen. Durch die Verwendung von Farben möchte sie die Freiheit und die tief empfundene Dankbarkeit, die die Natur in ihr hervorruft, ausdrücken. Zu Beginn eines neuen Bildes wendet sich Lisi Wülfing an die Natur, schöpft Energie aus ihr und
sammle frische Eindrücke. Der folgende handwerkliche Part, die Leinwand zu bauen, erdet sie nochmal anders. Beides hat für die Künstlerin viel mit Demut zu tun: die Großartigkeit der Natur zu spüren und unsere vergleichsweise kleine Wirkkraft, die handwerkliche Tätigkeit. Dann beginnt sie das Spiel mit Farben und den Spachteln. Sie malt mit Acryl und Vinyl. Musik gehört meist auch dazu. Farbauftrag, Trockenzeiten und Freilegen alter Farbschichten durch
Kratzen, Waschen, Wischen wechseln sich ab und alles wirkt zusammen.
Fertig ist das Bild dann, wenn es mit ihr gleichschwingt, wenn es eine ganz bestimmte erhebende Wirkung hat, die die Künstlerin sich von ihrer Kunst wünscht.
Farben haben alle eine Bedeutung für Lisi Wülfing. Blau ist für die Künstlerin die Farbe der unendlichen Freiheit, Weite, Tief und Ruhe, Meer und Himmel.
Grün assoziiert sie mit der Fülle der Natur, dem Reichtum, den die Welt für uns bereithält. Rot- und Pink-Töne bedeutet für sie Glück, Liebe, Lebens-Energie.
Weiß und Gelb oder helle Farben stehen für Leichtigkeit, Energie von außen, die Energie der Welt. Dunkle Farben verkörpern die notwendigen Kontraste des Lebens, denn ohne Schatten bliebe das Licht unsichtbar. Jeder Spachtelstrich ist für sie ein Akt der Verehrung für die Wildheit und die Wunder der natürlichen Welt. Mit ihrer Kunst strebt Lisi Wülfing danach, die Betrachter zu ermutigen, einen Moment innezuhalten, um die Schönheit, die uns umgibt, wahrzunehmen und wertzuschätzen. Durch den abstrakten Ansatz lädt sie ein, die Freiheit zu spüren, die jenseits der sichtbaren Realität liegt, und die Dankbarkeit für die kleinen und großen Wunder des Lebens zu feiern. Sie sagt: „Denn wir haben zu jeder Zeit unseres Lebens die Wahl, uns zu entscheiden, wie wir leben möchten und wer wir sein möchten. Wir sind frei. Wir müssen es nur wahrnehmen.“
Pressemitteilung: Ausstellung „Quiet Encounters“ – mit Fotografien von Corina Gertz und Kris Scholz
Datum der Vernissage: Donnerstag, den 4. September 2025 um 18.30 Uhr
Ort: Altes Küsterhaus, Düsseldorfer Straße 6, 40667 Meerbusch
Das alte Küsterhaus präsentiert die von Isabelle von Rundstedt kuratierte Ausstellung „Quiet Encounters“ der beiden Düsseldorfer Künstler*innen Corina Gertz und Kris Scholz. Vom 5. September bis 3. Oktober 2025 zeigt die Doppel-Ausstellung abgewandte Porträts der Künstlerin Corina Gertz sowie beeindruckende großformatige Fotografien von Blumen von Kris Scholz.
In ihrem Langzeitprojekt Das abgewandte Porträt richtet die Fotografin Corina Gertz den Blick auf Frauen in traditioneller Kleidung – und wendet ihn zugleich ab. Die Porträtierten erscheinen stets von hinten, vor einem monochromen schwarzen Hintergrund. Durch diese bewusste Inszenierung rückt die Kleidung als Trägerin von Geschichte, Identität und Zugehörigkeit in den Mittelpunkt. Hautfarbe, Gesicht und Körperproportionen treten zurück – sichtbar wird ein kulturelles Gedächtnis, das sich in Stoffen, Mustern und Handwerk niederschlägt.
Viele der gezeigten Kleidungsstücke sind Erbstücke, die reich an Geschichte, Tradition und familiären Bedeutungen sind. Sie verkörpern über Generationen hinweg weitergegebenes Wissen und spiegeln soziale, ästhetische wie politische Narrative wider. Ohne die Individualität der Trägerinnen preiszugeben, gelingt es Corina Gertz, ein sensibles Porträt kollektiver Identität zu zeichnen – zwischen persönlicher Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Kontext.
Durch eine systematische Katalogisierung schafft sie ein visuelles Archiv, das weit mehr ist als eine dokumentarische Sammlung: Ihre künstlerische Bildsprache verstärkt die Wirkung der Gewänder als Ausdruck kultureller Vielfalt und erinnert an ihre emotionale wie politische Dimension. Die Haltung der Porträtierten – aufrecht, präsent, stolz – unterstreicht die Bedeutung und Würde der dargestellten Kleidung.
Das abgewandte Porträt ist eine stille Hommage an kulturelle Wurzeln und textile Erinnerung – zugleich eine Einladung zum Hinsehen, Nachdenken und Wiederentdecken.
Parallel ist die Einzelausstellung Echoes of the Unseen mit Arbeiten von Corina Gertz in der Galerie Clara Maria Sels in Düsseldorf zu sehen.
Kris Scholz widmet sich in dieser Ausstellung der faszinierenden Welt der Blumen. Seine großformatigen Werke, die mit technischer Präzision und künstlerischem Gespür entstehen. sind teilweise laut, schrill und zugleich von atemberaubender Schönheit. In seinen Blumenstillleben gelingt es ihm, eine Welt zu erschaffen, in der Natur und Kunst künstlich verschmelzen – zu etwas Neuem, das uns einerseits vertraut erscheint, andererseits völlig ironisch und entfremdet wirkt. Mit fotografischer Akribie modelliert Scholz Blüten und Vasen in einem kontrollierten Licht, das jedes Detail betont und dabei eine fast skulpturale Qualität erzeugt.
Die Vasen, oft skurril, manchmal geschmacksresistent, werden unter seiner Linse zu Protagonisten mit Charakter. Sie scheinen mit den Blumen zu kommunizieren und verschmelzen in einem artifiziellen Dialog. Was in seiner natürlichen Umgebung ein letztes verführerisches Aufbäumen gegen den unweigerlichen Tod ist, gewinnt in Scholz’ Bildsprache Dauer. Der Augenblick zwischen Aufblühen und Verwelken, zwischen Schönheit und Verfall, wird zur inszenierten Ewigkeit erklärt.
Doch Scholz geht es nicht um ein illusionistisches Abbild der Realität – das Ideal niederländischer Stillleben Malerei etwa. Vielmehr treibt er die Realität ins Extreme. Die Hyperrealität seiner Aufnahmen führt zu einer Überwältigung der Sinne und weckt ungewohnte Assoziationen. Sind seine Darstellungen nur florale Stillleben? Oder verbergen sich darin symbolhafte Reflexionen über menschliche Charaktere?
Diese Möglichkeit liegt nahe, denn Scholz ist ein Kenner kunsthistorischer Bildsprache – und weiß diese ironisch zu brechen. Der Bruch zieht sich durch sein gesamtes Werk. In der Gegenüberstellung von Natur und vom Menschen Geschaffenem – den Blüten und den Vasen – verliert Letzteres regelmäßig. Die Reflexionen, Konzepte und Designs des Menschen treten gegen die unvergleichliche Anmut der Natur an – und unterliegen.
Besonders deutlich wird Scholz’ Handschrift in seinen Rosenbildern. Vor grell monochromen Hintergründen leuchten die Blüten in Gelb, Rosa oder Rot – ein ästhetisches Duell, in dem keine Seite zurückweicht. Die künstliche Farbigkeit steigert sich bis zur Schmerzgrenze, ein subtiles Spiel zwischen Fläche und Form, zwischen Oberfläche und Tiefe. Die Bilder wirken aufgeladen, fast überdreht – und genau darin liegt ihre Kraft.
Scholz scheut nicht vor Kitsch zurück – er provoziert ihn ganz bewusst. Seine Bilder zitieren altmodische italienische Glückwunschkarten, überhöhen deren Motive und treiben sie ins Groteske. Es ist ein augenzwinkerndes Spiel mit schlechten Geschmäckern, ein kalkulierter Exzess, der dennoch tief unter die Oberfläche zielt.
Kris Scholz’ Werk ist eine Einladung zur Auseinandersetzung – mit Schönheit, mit Vergänglichkeit, mit der Frage nach Wahrnehmung und Bedeutung. Wo beginnt Kitsch? Wann wird Ironie zur Ernsthaftigkeit? Seine Bilder geben keine direkten Antworten. Doch sie stellen die richtigen Fragen – und zwar auf überaus verführerische Weise. „Meine Fotografien sind weniger Abbildungen als vielmehr Einladungen, das Vertraute neu zu sehen“, erklärt der emeritierter Professor für künstlerische Fotografie.
Über die Künstler*innen
Die in Düsseldorf lebende Künstlerin Corina Gertz fotografiert weltweit Frauen in außergewöhnlichen Trachten und Kostümen in Rückenansicht. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im MARTA Herford und im Shanghai Art Museum. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit lehrte sie an Hochschulen in China und hat Lehrauftraäge in Europa und Asien wahrgenommen.
Prof. Dr. Kris Scholz war Professor für künstlerische Fotografie an der Hochschule Darmstadt und Schüler von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeiten, die in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt wurden, erforschen die Grenzen des Mediums Fotografie und verbinden technische Präzision mit künstlerischer Freiheit.
Wir laden Journalisten und Kunstinteressierte herzlich ein, die Ausstellung zu besuchen und die faszinierende Welt von Kris Scholz’ Blumenfotografien zu entdecken.
Hinweis: Bildmaterial in hoher Auflösung ist auf Anfrage verfügbar. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung der Bilder ausschließlich für redaktionelle Zwecke im Rahmen der Berichterstattung über die Ausstellung gestattet ist.
Vernissage und Rahmenprogramm
Die Vernissage findet am Donnerstag, den 4. September um 18.30 Uhr statt. Neben einer Einführung durch Isabelle von Rundstedt werden Corina Gertz und Kris Scholz selbst anwesend sein, um Einblicke in ihre künstlerische Arbeitsweise zu geben.
Besuchsdetails
·Ort: Altes Küsterhaus, Düsseldorfer Straße 6, 40667 Meerbusch
·Dauer: 5. September bis 3. Oktober 2025
·Öffnungszeiten: Donnerstags - Sonntags von 16 bis 19 Uhr
·Eintritt: frei
Pressekontakt
Für weitere Informationen, Bildmaterial oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:
Isabelle von Rundstedt, [email protected], 0177-6246089 oder Corina Gertz, [email protected], 0173-2602262
Interview
Olga Damer und Michael Zerban für O-Ton:
https://o-ton.online/spezial_1/o-ton-audio-damer-zerban-250512/
“KimaKu 2025” Kinder machen Kunst - der große Grundschulkunstpreis ausgelobt von der Stadt Meerbusch im Alten Küsterhaus – jede teilnehmende Schule hat gewonnen
Zum dritten Mal wurde in diesem Jahr der „KimaKu“ der große Grundschulkunstpreis der Stadt Meerbusch verliehen. An zwei Wochenenden konnte der Favorit auserkoren werden unter den Einzel- und Gruppenarbeiten. Defacto wurden 615 Stimmen abgegeben, was eine großartige Resonanz ist auf diese Ausstellung und die Wertschätzung reflektiert, die die Meerbuscher den Kunstwerken der jüngsten Bürger der Stadt entgegenbringen. Am Sonntag fand dann die Auszählung uns Preisverleihung statt, ummantelt von einem schönen Flöten- und Gittarrenkonzert der städtischen Musikschule, was die enge Verzahnung der Kulturinstitutionen in dieser Stadt wunderbar deutlich macht.
Unser Bürgermeister Christian Bommers kam persönlich zur Preisverleihung und hat mit Freude und ehrlichem Interesse die Ausstellung besucht, abgestimmt und die Gewinner verkündet. In der Kategorie Gruppenarbeit haben die Brüder-Grimm-Schule mit einer großen Weltkugel aus Pappmaché getragen von vielen neonfarbenen Händen, die Nikolaus-Schule mit einem farbenfrohen und lustigen Karnevalskopf aus Fotokarton und die Adam-Riese Schule mit einer ringförmigen Pyramide von bunten Männchen aus bemalter Alufolie und in der Kategorie Einzelarbeiten die Mauritius-Schule mit Schneeflocken von Theda Valentina Katinka, die Pastor Jacobs Schule mit der Friedenstaube von Moritz Wiesinger und die Brüder Grimm Schule mit einem Schornsteinfeger in Kohle gezeichnet von Minqui jeweils den 1-3 Platz belegt. Der große Schlußapplaus zum Schluß galt allen Teilnehmern des Wettbewerbes.
„Geist und Natur sind nur verschiedene Aspekte derselben Substanz.
Letzten Endes ist alles eins“.
Spinoza.
Am Meer geboren, fühlt Peter de Boer eine starke Verbindung zu den Dünen, dem Strand und dem Meer. Seine Bilder sind eine Ode an die erhabene Natur, so wie Henry Thoreau seine Spaziergänge in seinem Buch „Walden“ beschreibt. Die Bilder handeln von de Boers eigenen Spaziergängen in den Dünen, am Strand und im Wald von Den Helder, wo er aufwuchs, und später in den Amsterdamer Wasserleitungsdünen und am Strand von Wijk aan Zee, Egmond aan Zee, Parnassia und Bloemendaal. Auch seine Spaziergänge mit Surfbrett zu den Wellen einer Sommeridylle an der französischen Küste bei Saint Gilles de Croix de Vie, dienen ihm als Inspiration, ebenso wie seine Wanderungen in Malaysia vom Dschungel zu den Stränden auf den Inseln.
Die Bilder erforschen eine tiefe Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, ein Unbehagen mit der naturfernen Lebensweise unserer modernen Gesellschaft, dem wir nur durch eine wiedergewonnene Verbindung zur Natur entkommen können.
„Am Strand hat man einen Blick auf den Horizont, und obwohl man nur etwa 5 km weit sehen kann und die Schiffe hinter dem Horizont verschwinden sieht, stellt sich oft das Gefühl ein, klein zu sein und Teil eines größeren Ganzen zu sein. Am Horizont ist es möglich, ein Bild des Unendlichen zu finden, in dem Wissen, dass die Welt viel weiter hinter dieser Linie liegt, die das Meer vom Himmel trennt. Es ist die natürliche Grenze dessen, was wir sehen, also dessen, was wir wissen. Was dahinter liegt, ist uns noch unbekannt, bis wir reisen, um es zu entdecken. Wenn die Sonne dahinter verschwindet, entsteht ein Gefühl von Zeit und Vergänglichkeit, das uns oft zur Melancholie verleitet, wenn wir in die Ferne starren.“
In seinen Bildern zeigt De Boer oft einen Weg, der zum Meer führt. Dieser Weg drückt die Anziehungskraft des Meeres aus, wo man versucht, die Freiheit des Unendlichen zu finden. Er malt auch Menschen, die sich vom Meer angezogen fühlen. Die Vielseitigkeit seiner Surfszenen, Strandläufer und Seehelden besteht darin, dass sie Sport, Neugier und Verspieltheit sowie ein gesteigertes Bewusstsein und eine gesteigerte Wahrnehmung der Natur darstellen.
So wie irgendwo in uns eine nicht-körperliche Seele verborgen ist, so ist auch eine gewisse Inspiration in der Natur verborgen.
Zu den Künstlern:
Patrizia Lohmann (*1981) malt mit Licht im Schatten ihrer Dunkelkammer, ihre Pinsel sind Pflanzen, Perlen und verschiedene Objekte. Es entstehen wunderbare, verfremdete, bewegte, ja fast belebte Objekte, die in der Dreidimensionalität zu schweben scheinen. Filigranes Blattwerk eines Farns zeichnet sich ab, Umrisse gleich den Tentakeln eines Tintenfisches schweben über die Bildfläche, feine Strahlen leuchten im Hintergrund. Auch wenn die Technik des Fotogramms aus der Fotografie stammt, handelt es sich bei Patrizia Lohmanns Bildern um Malerei - auf Leinwand oder auf speziell angefertigten Papieren. Diese coloriert sie teilweise mit einem Hauch von Farbe, teilweise werden die Formen aufgebrochen oder in Collagen zerschnitten, wodurch neue Formen entstehen.
Die neue Werkreihe der Cyanotypien, ein auch Eisenblaudruck genanntes fotografisches Verfahren, zeigt das fürLohmann typische Spiel mit Licht und starken Kontrasten, mit räumlicher Tiefe und Überlagerung von Formen und Motiven. Mit feinem Gespür komponiert sie die vielfältigen botanischen Strukturen, abstrahiert sie grafisch und gleichzeitig höchst malerisch und erzeugt so geheimnisvolle ornamentale Stillleben.
Alexander Ernst Voigt, kommt 1981 in Berlin zur Welt. Zum Studium übersiedelt Alexander Ernst Voigt nach Düsseldorf. An der dortigen, überaus renommierten Kunstakademie immatrikuliert er sich 2003. Alexander Ernst Voigt besucht die Klassen von Jörg Immendorff (2004-2008) und Eberhard Havekost (2010-2012), dessen Meisterschüler er 2012 wird.
In seinen Gemälden offenbart Alexander Ernst Voigt nicht nur, dass er ein virtuoser und vielfältiger Techniker ist. Er zeigt auch seine außergewöhnliche Liebe zur Struktur: Hauptakteur seiner Werke, die ihren Platz in der breiten Grauzone zwischen Figuration und Abstraktion einnehmen, ist die Linie. Dass den kunstvollen Ornamenten seiner Gemälde florale oder landschaftliche, also natürliche Motive zugrunde liegen, will Alexander Ernst Voigt keineswegs verbergen, doch es ist die Linie, die den eigentlichen Gegenstand darstellt. Das Ergebnis sind ebenso faszinierende wie dekorative Malereien, die den Betrachter zu meditativer Schau einladen.
Noch zu Studienzeiten kann Alexander Ernst Voigt seine ersten Einzelausstellungen bespielen: 2009 zeigt er "Bilder ohne Titel" in der Villa De Bank im niederländischen Enschede, im selben Jahr stellt er in der Amsterdamer Galerie Fons Welters aus. Die bekannte Düsseldorfer Galerie Cosar richtet 2012 die Schau "From off to on" aus. Alexander Ernst Voigt wird 2007 mit dem Lovells Kunstförderpreis und 2008 mit dem Rundstedt Kunstförderpreis (beide Düsseldorf) geehrt. Der Maler lebt und arbeitet in Düsseldorf.
In der Serie “Augmented Reality” erweitert der Künstler Levente Szücs wird die reale Welt um künstlerische Inhalte, indem er abstrakte Farbschichten unter und über feine Fotodrucke von Naturansichten legt. Der Prozess des Verwebens von Farbe und Foto ist komplex, so daß für den Betrachter nicht zu erkennen ist, welche Schichten in welcher Reihenfolge aufgetragen wurden. Die kleinteiligen Äste der Wälder stehen dabei in bewusstem Kontrast mit den dynamischen und undurchdringlichen Farbgewalten, die er uns vor die Augen legt. Dabei entsteht eine bildliche Einheit, eine Symbiose zweier Gegensätze, die eine starke Spannung erzeugt.
Das Erstaunliche an diesen Bildern ist nämlich, dass sich beim Betrachten immer wieder neue Details bemerkbar machen. Wie bei einem Wimmelbild, wandert der Blick zwischen den Schichten hin und her, sucht und findet, wird mal geblockt und wieder auf den nächsten Pfad geführt. Diese „Augmented Nature“ – also „erweiterte Natur“ – versperrt uns in gewisser Weise den Ausblick auf bekannte Naturformen, fokussiert den Blick allerdings gleichzeitig auf das Eigenleben von Farbe.
Die Reihe “Serene Memories” von Levente Szücs nimmt ebenfalls Natur zur Grundlage und zeigt anhand von schroffen Gesteinsbrocken, wie monumentale Berge beschaffen sind. Als Betrachter fühlt man sich beinahe in eine ferne Gebirgslandschaft entführt. Häuser und Bäume säumen die Steine, mal entdeckt man eine Sitzbank, eine Schaukel oder einen Brunnen. Diese, auf den ersten Blick, fast schon verspielten Modell- Landschaften vermitteln im nächsten Moment etwas fast Surreales. Keine der Hütten hat ein Fenster, die Bäume sind lediglich Gerippe und manche der Sitzbänke könnte man ohne Kletterausrüstung oder Hubschrauber wohl kaum erreichen.
Es sind letztlich karge Orte, an denen eine Wechselspiel zwischen Ruhe und Unruhe herrscht. Wie in den Malereien von Levente Szücs, treffen auch hier Kontraste aufeinander: die abstrakten Gesteinsformen und die minuziös gearbeiteten Holz-Elemente, mal urban, mal natürlich. Jede der Hütten wurde speziell für ihren Standort angepasst und kann keinen Millimeter verschoben werden. Sie sind eins mit ihrem Untergrund, was sie Beständigkeit und Sicherheit ausstrahlen läßt.
Zusammen fordern uns die beiden Serien “Augmented Nature” und “Serene Memories” dazu heraus, über die “Zweideutigkeit” oder eben “Duality of Nature” nach zu denken und unsere ganz eigenen Schlüsse über unser Wahrnehmung der Realität zu ziehen.
Julia Berghoff
Der Kunst von Anja Schubert liegt die Prämisse zugrunde, eine ganz individuelle, künstlerische Vorstellung an Materialien zu erproben und zu binden und dieser, in einem langwierigen Prozess des Auffindens und Experimentierens, eine Form zu geben. Dabei gelangt sie zu einer abstrahierenden Formensprache, die sie sich aus der Verwendung von Werkstoffen und ihren spezifischen Materialeigenschaften erschließt und die sie aus der Anschauung der Natur entlehnt und in ihren Objekten zu vereinen sucht. Es sind vielleicht die Sehnsucht und der Wunsch, die individuelle Betrachtung der Dinge und die gemachten Erfahrungen in das eigene Kunstwollen zu übersetzen und ihnen intellektuell und sinnlich erneut habhaft zu werden.
Es sind beispielhaft ein geglühtes Kupferblech, auf dem sich nach dem Erkalten Staubpartikel bilden und in unvorhersehbaren Farbnuancen schimmern. Die kupferne Oberfläche sich nach mehrmaligem Bearbeiten stetig verändert, eine reizvolle Vielfalt von Sinneseindrücken bietet und einen assoziativen Prozess – ein Sich-verlieren im Material – in Gang setzt. Eine aus Acrystal oder Gips modellierte Form, die einer Harmonisierung von Naturformen und Körpern folgt und in sanften Schwüngen ein Sehen in ein konkretes Erleben übersetzt. Und in Wachs getränkte, weiße Leinenstoffe, deren anmutende Schwerelosigkeit sich in einer dauerhaften Form verfestigt hat und in Bewegung erstarrt scheint. Es mag der Reiz sein, der seit jeher die Faszination an der Skulptur und der Plastik begleitet, der tiefe Reiz, sie zu umschreiten und zu berühren. Sie zunächst mit den Augen und dann mit den Händen ganz für sich zu erschließen und dann dass Gesehene in ein Verhältnis zu sich selbst zu setzten, zu überprüfen und sich ertastend seiner zu vergewissern.
Die Arbeiten von Anja Schubert sind plastische Erscheinungen. Sie sind Geschöpfe, die taktil und zart auf ihre Betrachter wirken und sich auswirken, die Stimmungen erzeugen und selbst einen Raum in Stimmung versetzen. Ihre Arbeiten sind zugleich etwas, das erstarrt und erstarkt ist. Sie haben ein Zwischenstadium eingenommen, in dem sich die Leere materialisiert und sich wie ein weißer Schleier über eine ideelle Form gelegt hat.
"La vie en rose"
Mahssa Askari
25. Januar - 3. März 2024
Interview mit Michael Zerban, Chefredakteur O-Ton, online Magazin
https://o-ton.online/spezial_1/o-ton-audio-askari-zerban-240119/
Review der Eröffnung von Michael Zerban:
https://o-ton.online/spezial_1/o-ton-meerbusch-la-vie-en-rose-zerban-240125/
Mahssa Askari malt Lebensgefühl als Erinnerungen an Zeiten, die so viel leichter wirken als die Heutigen. Ihre Figuren befinden sich an Orten, wo man sein möchte, erleben Emotionen, die man meint zu kennen. Und während der Seele beim Betrachten schon Flügel entfaltet, kann der Intellekt das Gesehene doch nicht wirklich greifen. Wer steht da? Wo genau? Was tun die Menschen? Was kommt auf sie zu? Diese Fragen speisen sich wie Regieanweisungen in die Gedanken des Betrachters, der versucht sich selbst in das Geschehen hineinzuversetzen. Die Bilder wirken unendlich vielschichtig und entziehen sich so konsequent unserer konkreten Interpretation, ähnlich wie ein Traum. Der Betrachter ist Betrachter und bleibt es auch. Und doch laden Mahssa Askaris Bilder bei aller Distanz gleichzeitig dazu ein, die Szene weiterzuspielen, den eigenen Film zu konzipieren, mit der persönlichen Geschichte auszufüllen.
Mahssa Askaris persönliche Geschichte beginnt in Khoramshar, Iran wo sie mit Ihrer Familie lebt, bis sie im Alter von 12 Jahren zusammen mit Ihrem Bruder nach Deutschland zieht. Da die Malerei immer schon ein wichtiger Bestandteil Ihres Lebens war, bewirbt sich Mahssa 2006 erfolgreich an der Kunstakademie in Düsseldorf und schließt diese als Meisterschülerin von Herbert Brandl 2015 ab. Seitdem lebt und arbeitet sie als erfolgreiche Malerin weiterhin in Düsseldorf.
Mahssa malt, was ihr Instinkt ihr sagt, setzt auf Hoffnung und Ruhe, Lebensfreude und Zurückgenommenheit, als Träger ihrer Gedanken. Ihre Bilder gehen, wie ein Pendel von fröhlich bunt zu blassgraubraun, ohne dass damit irgendwelche intellektuellen Tiefen ausgeleuchtet werden sollen, sondern weil Farbe auch satt macht und Ton in Ton echte Spannung erzeugen kann. Ihre Bilder baut sie wie Collagen auf, durch Verfremdung von Fotos und Abbildungen, welche sie im Zusammenhang des Bildes, das sie malen möchte, interessieren. Die Farbe trägt sie in zahlreichen Schichten dünner Tempera auf, wodurch der direkte visuelle Zugriff auf die Bildfläche verwehrt wird. Und wie die Farbnuancen wechseln auch die Räume, in die Mahssa Ihre Figuren platziert. Lange Zeit malte sie überwiegend stille Interieurs, wo schöne Frauen in geschlossenen Räumen am Fenster sitzen oder stehen – alle zeitlosen Bilder voller Sehnsucht. Nun aber sind die Räume wieder offen, die Wände weggefallen, ihre Figuren scheinen sich an den neuen Bewegungsspielraum jedoch noch nicht ganz gewöhnt zu haben. Eine Frau, zum Ausgang angekleidet, späht über eine hohe Mauer in die Ferne, Menschen stehen wie angewachsen in einer weiten Ebene, eine Gruppe von Leuten läßt nur langsam die Enge der Bäume hinter sich, um dem Lichten Horizont entgegenzugehen. Genau diese Divergenz aber ist es, die Mahssa reizt. Auch Farben werden nicht für ihre Emotionalität ausgewählt, sondern für ihr Kontrastpotential, wo Schwarz ganz selbstverständlich der gern gesehene Gegenspieler hellerer Töne ist. Spannung soll entstehen, Dynamik innerhalb der Bildfläche. Denn wo viel Licht ist, gibt es auch viel Schatten und vage Ahnungen wecken konkrete Wünsche.
Isabelle v. Rundstedt
nach einem Gespräch mit der Künstlerin
It's a match!
Silke Albrecht & Laura Aberham
25. August - 29. Oktober 2023
Shifting light
Tom Henderson
21. Mai - 8. Juni 2023
Wann habe ich angefangen mich zu wundern?
Dominik Sartor
27. Januar - 12. März 2023
What ever it feels like
Linda Nadji
27. Oktober - 1. Dezember 2022
Das Konfetti wird zeitnah entfernt
Anna Weber
19. August - 16. Oktober 2022
Was wissen wir denn wirklich?
Christina Puth
20. Mai - 19. Juni 2022
Dear Miami
Katja Tönnissen
11. März - 8. Mai 2022
Fotos: Kai Werner Schmidt
Fully Empty
Jae-Seong Ryu
29. Oktober - 21. November 2021
Struktur
Hiroki Tanaka
2. September - 24. Oktober 2021
Diary of Light.
Fotografien von Jonas Gerhard
29. Oktober 2020 - 14. Februar 2021
rings like silver shines like gold
Mahssa Askari, Astrid Busch, Peter de Boer, Jonas Gerhard, Jacqueline Hess, Patrizia Lohmann, Jennifer López-Ayala, Linda Nadji, Ursula Ott, Johannes Post, Christina Puth, Jae-Seong Ryu, Dominik Sartor, Levente Szücs, Hiroki Tanaka,
Katja Tönnissen, Alexander Ernst Voigt, Anna Weber, Emil Zander
3. September - 25. Oktober 2020
tropical snow
Patrizia Lohmann und Alexander Ernst Voigt
13. Januar - 19. April 2020
Hohes Licht
Ursula Ott
12. Dezember 2019 - 9. Februar 2020
Sexton Blake
Astrid Busch
7. November - 8. Dezember 2019
To The Sea
Peter de Boer
5. September - 3. November 2019
TUBE
Jae-Seong Ryu
5. Juni - 11. Juli 2019
Beyond Horizon
Levente Szücs
3. April - 26. Mai 2019
Something like Paradise
Mahssa Askari
14. Februar - 31. März 2019
Begegnung in Meerbusch
Will Hanebal & Thomas Kesseler
28. Juni 2018 - 10. Februar 2019
eine Doppelausstellung in der Galerie im Alten Küsterhaus und in der Bethlehem Kirche